21.07.2011

Der richtigen Mix für die Reisekasse

Endlich geht es los – die "schönste Zeit des Jahres" ist mit den Sommerferien gekommen. Egal ob die Reise dann in ein Euro-Land wie Italien, in Staaten mit eigener Landeswährung wie die Türkei oder in abgelegene Regionen geht, die richtige Mischung in der Reisekasse macht den Urlaub bequemer: Wer die besten Karten, etwas Bargeld und bei langen Reisen in ferne Länder auch Reiseschecks dabei hat, erspart sich Kosten und unnötigen Ärger.

Die ec-/Maestro-Karte

Weltweit lässt sich mit der neuerdings Girocard genannten Karte an Millionen elektronischer Kassen von Geschäften, Restaurants, Tankstellen und Hotels bargeldlos bezahlen. Solange der Bankkunde damit in Euro-Ländern wie Spanien, Österreich oder Frankreich unterwegs ist, dürfen dafür keine Extrakosten entstehen. Für das Geldabheben mit der Karte sind im Ausland aber i.d.R. Gebühren fällig, entweder eine bestimmte Mindestsumme pro Abhebung wie z.B. 5 Euro oder 1% des abgehobenen Betrags.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt der Bundesverband deutscher Banken, sich noch vor der Abreise nach den Kosten zu erkundigen. Dies gilt erst Recht für Reisen außerhalb der Euro-Zone. Denn dort können die Gebühren fürs Geldabheben und Bezahlen mit dem Plastik-Geld höher sein. Wer etwa die auf Schweizer Franken lautende Restaurant-Rechnung in Zürich mit der ec-/Maestro-Karte begleicht, muss eine Gebühr für das Umrechnen in Euro zahlen. Häufig beläuft sich diese Gebühr auf 1% des Umsatzes.

Tipp: Clevere Verbraucher heben mit der ec-/Maestro-Karte gleich einen größeren Betrag ab, um insgesamt weniger Gebühren zahlen zu müssen.

Die Kreditkarte

Sie ist die ideale Ergänzung zur ec-/Maestro-Karte. Und zwar nicht nur in klassischen Kreditkartenländern wie Australien oder den USA. Dafür gibt es mehrere Gründe: Es ist beruhigend, eine zweite Karte dabeizuhaben, wenn bei der ersten ausgerechnet in den Ferien der Magnetstreifen streikt. Man hat ein zusätzliches Zahlungsmittel, wenn kein Geldautomat in der Nähe ist.

Und besonders wichtig: Mit manchen Kreditkarten können Sie sich sogar kostenlos Bargeld im Ausland beschaffen, z.B. ist die Bargeldabhebung mit der VISA Direkt-Card der ING-DiBa an allen VISA Geldautomaten in Ländern mit Euro-Währung grundsätzlich kostenlos. Bei vielen anderen Banken kommt das Geld abheben am Automaten mit der Kreditkarte dagegen oft dreimal so teuer wie mit der ec-/Maestro-Karte: Meist ist dafür in Euro-Ländern eine Gebühr von 2% bis 4% des abgehobenen Betrags fällig, aber mindestens 5 Euro bis 7,50 Euro.

Außerhalb der Euro-Länder zahlen viele Bankkunden zu den üblichen Gebühren noch einen bestimmten Betrag für den Auslandseinsatz – i.d.R. 1% bis 2%, bei der ING-DiBa 1,25%.

Tipp: Beim Bezahlen mit der Kreditkarte nie einen Blanko-Beleg ohne Rechnungsbetrag unterschreiben und nach der Rückkehr die gesammelten Belege mit der Monatsabrechnung vergleichen.

Bargeld

Es ist durchaus sinnvoll, eine kleine Summe an Bargeld in kleinen Scheinen mit in den Urlaub zu nehmen, vor allem wenn es in ein Land mit einer anderen Währung geht. Vielleicht ist ja gleich nach der Ankunft der Kofferträger im Hotel, der Taxifahrer oder der erste Cappuccino zu bezahlen. Der Bankenverband rät aber, nicht mehr als ein Drittel des Reisebudgets im Reisegepäck zu haben – schon aus Sicherheitsgründen. Auch ein Umtausch sollte gut überlegt sein. Die Süddeutsche Zeitung empfiehlt: "Für eine Reise in Staaten mit gegenüber dem Euro harter Währung und stabilem Wechselkurs sollte man Geld in Deutschland umtauschen." Hierzu zählen z.B. die Schweiz oder die skandinavischen Nicht-Euro-Länder wie Schweden oder Dänemark. In Regionen außerhalb der Euro-Zone mit eher "weicher" Währung und schwankenden Wechselkursen wie in der Türkei, Osteuropa, Südamerika oder Nordafrika lohnt sich eher ein Umtausch von Euro im Ferienland.

Tipp: Die Polizei empfiehlt, fremde Währungen nur in Geldinstituten zu tauschen, selbst wenn der Wechselkurs beim fliegenden Händler auf der Straße günstiger erscheint. Wenn das im Reiseland nicht sowieso verboten ist, gibt es dennoch die Betrugsgefahr (z.B. Falschgeld).

Reisechecks

Sie haben sich zwar ein wenig überlebt. "Aber in abgelegenen Gebieten von Afrika, Südamerika oder Asien oder auf langen Reisen sollten auch sie im Gepäck sein – als eine Art Versicherung", rät Die Welt. Der Grund: Die Schecks werden bei Verlust oder Diebstahl schnell und unkompliziert ersetzt.

Tipp: Auf die Stückelung der Schecks achten und nicht nur große Beträge mitnehmen. Dadurch können Urlauber besser steuern, wie viel Geld sie umtauschen – wieder in der Heimat, müssen sie dann auch nicht mehr so viel zurückumtauschen.

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